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Napoleonische Feldzüge in Italien 1813-1814

Lage im Jahr 1813 in Illyrien[1]: und Italien[2]


Provinz und Reichsgrenzen bis zum Beginn der Befreiungskriege 1813, die strichpunktierten Linien zeigen den Grenzverlauf 2020; Graphik Eckel 2020 - Beim Klick auf das Bild öffnet sich ein neues Fenster mit einer grösseren Darstellung des Bildes!

Ab 1809 hatte Napoleon I. der habsburgischen Krone von den Stammländern halb Kärnten, ganz Krain, das Gebiet von Triest, Istrien, Görz und Gradisca, halb Kroatien und das Litorale[3] abgenommen und als Provinz Illyrien in das französische Reich eingegliedert. Die von Napoleon I. eroberten Teile im Norden der italienischen Halbinsel, Lombardei, Venetien und die südlichen Teile von Tirol („Welschtirol“) bildeten erstmals seit dem antiken Römischen Reich wiederum ein "Königreich Italien", welches ab dem 7. Juni 1805 von seinem Stiefsohn Eugène-Rose de Beauharnais[4] als Vizekönig regiert wurde, jedoch vollkommen abhängig von Napoleon I. war und das vollständige französische nachrevolutionäre Rechts- und Verwaltungssystem übernommen hatte.


Eugène-Rose de Beauharnais, Stiefsohn Napoleons I. und Vizekönig von Italien. Sammlung Eckel - Beim Klick auf das Bild öffnet sich ein neues Fenster mit einer grösseren Darstellung des Bildes!

Dieses Italien hatte ab 1812 insgesamt 3 Armeen zur Verstärkung der französischen „Großen Armee“ Napoleon´s aufgestellt: die erste italienische Armee war als Viertes Corps der „Großen Armee“ 1812 in Russland verloren gegangen, danach eine von General Grenier neu aufgestellte zweite italienische Armee in Deutschland unter dem Vizekönig von Italien eingesetzt worden. Die dritte italienische Armee wurde ebenfalls noch 1812 aufgestellt und unter General Bertrand Anfang des Jahres 1813 bei Lützen zur „Großen Armee“ geführt. Mit Dekret vom 18. April 1813 ordnete daher Napoleon die Aufstellung einer vierten italienischen Armee an, welche Vizekönig Beauharnais selbst organisierte. Durch die ersten 3 aufgestellten Armeen, welche keine erfahrenen Soldaten mehr in Italien gelassen hatten, ging diese Aushebung jedoch langsam voran und statt der geplanten 80.000 Mann wurden bis Juli 1813 nur rund 55.000 Mann Infanterie, 1.800 Berittene sowie 130 Geschütze aufgestellt. Da der Verlauf der Waffenstillstandsverhandlungen in Prag[5] absehbar das Ende der Vereinbarung und einen bevorstehenden Kriegsausbruch mit Österreich vermuten ließen, ging die französisch-italienische Armee ab dem 15. Juli Richtung Österreich über die Etsch vor. Bis zum 7. August hatte das erste Armeecorps die Piave überschritten, in Divisionsstärke waren der Tagliamento und der Isonzo besetzt. Das 2. Corps stand im Raum Vicenza und das 3. Corps hatte Verona und Padua sowie Triest und Laibach [SLO: Ljubljana] besetzt. Ab dem 12. August hatte die französisch-italienische Armee eine Verteidigungsstellung eingenommen und am 16. August die Linie von Villach bis Laibach besetzt. Die österreichische Süd-Armee, auch als „Innerösterreichische Armee“ bezeichnet und später „Italienische Armee“ genannt, unter Feldzeugmeister Johann Freiherr von Hiller[6], sammelte sich im Murtal und hatte den Auftrag, die Linie Agram [HR: Zagreb], Cilli [SLO: Celje], Klagenfurt, Spital [Spittal an der Drau], Radstadt bis [Bad] Ischl zu halten, bis geklärt wäre, ob Bayern, welches als französischer Verbündeter Salzburg und Nordtirol besetzt hielt, auf die Seite der Allianz gegen Napoleon wechseln würde. An Kräften standen auf österreichischer Seite Anfangs nur ca. 40.000 Mann und 120 Geschütze zur Verfügung, da die österreichische Hauptstreitkräfte als „Böhmische Armee“ unter Fürst Schwarzenberg in Deutschland operierte.


Kriegsschauplatz Illyrien August 1813 bis November 1813; Auszug aus den Gefechten und Marschrouten, Graphik Eckel 2013 - Beim Klick auf das Bild öffnet sich ein neues Fenster mit einer grösseren Darstellung des Bildes!

Eröffnung der Feindseligkeiten bei Agram

Ab dem 17. August begannen die Kampfhandlungen im Raum Agram, wo Feldmarschall-Leutnant Radivojevich in der linken Flanke der österreichischen Front die Save [Sava] überschritt und einerseits im Banal[7] die alten Grenzgeneraliate befreite und andererseits eine (schwache) Brigade unter General Graf Nugent in den Raum Fiume [HR: Rijeka] entsendete[8] . Das Zentrum der Armee Hiller befand sich bei Klagenfurt und die rechte Flanke unter Feldmarschall-Leutnant Fenner und General Frimont bedrohte das besetzte Villach, wobei ab dem 21. August die Vorstadt am linken Ufer der Drau[9] bereits in österreichischer Hand war und in weiterer Folge die französisch-italienischen Besetzer unter General Gratien am 23. August Villach selbst räumten, welches sofort von Frimont besetzt wurde. Ein Versuch der ehemaligen Besetzer, am 24. August neuerlich auf Villach vorzudringen wurde von Frimont zurückgeschlagen, ebenso wie ein zweiter Angriff mit Verstärkungen am 28. August[10]. Da jedoch Hiller nun den Übergang nach Italien statt über Villach und Tarvis [IT: Tarvisio] über den Loibl-Pass und die Save plante, wurde am 29. August Villach von den Österreichern geräumt und sofort wieder von Gratien besetzt. Vizekönig Beauharnais hatte zuerst das Schwergewicht Hillers im Raum Kroatien vermutet und sein eigenes Schwergewicht an die untere Save verschoben. Durch die Bedrohung Villach´s verschob er sein Schwergewicht jedoch bis zum 27. August wieder in den Raum Tarvis-Villach und dünnte seine eigene rechte Flanke stark aus. Dies ermöglichte den Truppen Radivojevich´s teilweise handstreichartige Befreiungsaktionen ganzer Regionen durchzuführen, wie jener des Hauptmannes Lazarich aus der Brigade Nugent, welcher mit 55 Mann ab 2. September die gesamte Halbinsel Istrien [HR: Istra] befreite[11]. So schlug er im Gefecht bei Mitterburg am 4. September eine französisch-italienische Einheit in der Stärke von 6 Kompanien italienischer leichter Infanterie, Artillerie und Gendarmen sowie Resten zweier kroatischer Kompanien mithilfe der Landbevölkerung. Um 15:00 Nachmittags ergaben sich 900 Mann, 26 Oberoffiziere und 3 Stabsoffiziere den 56 Österreichern. Am Ende seiner Expedition, am 12. September hatte Lazarich die Höhen von Triest besetzt, ein Bataillon Landsturm mit 1.000 Mann in Istrien errichtet, 67 Kanonen sowie nach Zuführung von Verstärkungen der Brigade Nugent die Festungen in Istrien zur Aufgabe gezwungen.

6. September Gefecht bei Feistritz im Rosental

Am 6. September versuchte Beauharnais durch einen konzentrischen Angriff auf Feistritz im Rosental, wo sich um das Schloß Oberfeistritz[12] eine vorgeschobene Stellung der Österreicher am rechten Drauufer zur Deckung des Zuganges von Klagenfurt über Hollenburg zum Loibl-Pass befand, Hiller zur Anzeige seiner Absichten zu zwingen und gleichzeitig die Bedrohung durch den Übergang über die Drau und den Loibl-Pass Richtung Laibach zu verhindern. Die schwache Besatzung dieser verschanzten Stellung bei Feistritz konnte sich, nachdem die Franzosen das Schloß in Brand gesteckt hatten, der geballten Masse der Angreifer nicht entgegenstellen und musste Feistritz aufgeben. Bereits ab 8. September plante Beauharnais auch einen Angriff auf Stein [SLO: Kamnik], um den linken Flügel der österreichischen Armee vom Zentrum zu trennen und damit Illyrien zu entlasten, musste jedoch nach dem Verlust des Generals Bellottis und seines Regimentes[13] sowie mehreren Falschmeldungen über die Stärke der österreichischen Truppen und ihre Absichten diesen Plan fallen lassen.

Gefecht bei St. Marein am 13. September 1813[14]

Der Vizekönig änderte nun seinen Plan und befahl für den 13. September den Angriff aus Laibach auf die österreichische Stellung bei St. Marein [SLO: Šmarje-Sap], welche jedoch von einer zahlenmäßig unterlegenen österreichischen Abteilung (8 Kompanien) unter Oberst Milutinovich gegen die angreifende Übermacht (5 Bataillone) gehalten werden konnte. Nach dem Gefecht wurde die Stellung jedoch von den Österreichern geräumt und die Franzosen konnten am Folgetag Weichselburg [SLO: Visnja Gora] besetzen.

Gefecht bei Weichselburg am 16.September 1813 [15]

Diese Besatzung zu werfen erschien jedoch der österreichischen Führung dringend erforderlich und so wurden am 16. September die 4 Bataillone (Italienische) Garde in Weichselburg von Oberst Milutinovich mit einem Bataillon Gradiscaner, Major Rheinbach mit einem Bataillon Broodern sowie General Rebrovich mit 8 Kompanien Infanterie [16], 2 Schwadronen Husaren [17] und 5 Geschützen [18] angegriffen und geworfen. Danach rückte Oberst Milutinovich wiederum auf St. Marein vor, nahm den Ort und rückte in die alten Stellungen ein.

Beauharnais war zwar von der Beharrlichkeit der Österreicher bei St. Marein überrascht, wollte jedoch sein Ziel, Radivojevich in Illyrien von Hiller´s Zentrum bei Klagenfurt abzuschneiden nicht aufgeben. Am 22. September besetzte die französisch-italienische Armee wiederum Weichselburg mit 2 Bataillonen und einer Schwadron. Währenddessen wurde die für diesen Einsatz vorgeschobene Flankenmacht General Palombini´s in der Stärke von rund 5.000 Mann von den beiden Obersten Milutinovich [19] und Stahremberg[SIC!] sowie General Csivich [20] von Gutenfeld [SLO: Dobrepolje] über Großlasitz [SLO: Velike Lasce] (25. September), Reifnitz [SLO: Ribnica], Oblak (26. September) und Zirknitz [SLO: Cerknica] verfolgt und mehrmals angegriffen, sodass die Reste der Division Palombini am 28. September bis hinter Adelsberg [SLO: Postojna] zurückgehen mussten.


Verlauf der Kampfhandlungen in Kärnten August bis Oktober 1813; Graphik Eckel 2013 - Beim Klick auf das Bild öffnet sich ein neues Fenster mit einer grösseren Darstellung des Bildes!

Während also Beauharnais an seinem rechten Flügel beschäftigt war um die vermeintlich 30.000 Mann starken Truppen Radivojevich´s von der österreichischen Armee abzutrennen, war Hiller nach einem zusätzlichen Ablenkungsmanöver bei Hermagor am 19. September bei Hollenburg über die Drau gegangen, während Frimont bei Rosegg den Übergang erzwang und Feistritz wieder in Besitz nahm. Hiller besetzte den Loibl-Pass sowie das Save Tal bis Krainburg [SLO: Kranj] und flußaufwärts Richtung Tarvis bis zum Wurzen-Pass. Damit hatte Hiller geschafft, was Beauharnais im Osten vergeblich mit der österreichischen Armee versucht hatte: Hiller hatte die franzÖsisch-Italienische Armee in zwei Teile getrennt und gleichzeitig bestand für den Vizekönig durch eine dreiseitige Bedrohung aus dem Raum Kainburg im Norden, Weichselburg/St. Marein im Osten und dem Raum Zirknitz/Adelsberg im Süden, die Gefahr der Einkesselung in Laibach.

Österreichisches Eindringen in Tirol

Neben den Erfolgen des linken Flügels in Illyrien und der Trennung der Verbindung der franzÖsisch-Italienischen Armee durch das Überschreiten des Loibl-Passes hatte Feldmarschall-Leutnant Fenner, Kommandant des rechten Flügels der InnerÖsterreichischen Armee, ab Anfang September über Liezen, Brixen und Bozen den Weg über Tirol direkt nach Italien geÖffnet und war bis Brixen vorgerückt [21]. Der Vizekönig enthob den dort verantwortlichen General Bonfanti aufgrund seines Rückzuges bis Trient seines Kommandos und setzte seinen Adjudanten General Giflenga ein, welcher ab 21. September die 400 Österreicher mit der rund 3.000 - 3.500 Mann starken franzÖsisch-Italienischen Reserveinfanteriedivision wieder über Bruneck bis Toblach im Pustertal zurückdrängte. Dort trafen für die österreicher Verstärkungen aus Hiller´s Zentrum ein, sodass am 2. Oktober 1.600 Mann reguläre Soldaten, verstärkt durch Tiroler Schützen unter Fenner in Toblach standen. Am 3. Oktober ab 07:00 Uhr Morgens griff er die verschanzten Stellungen Giflenga´s bei Percha an und bis zum Einbruch der Nacht waren die feindlichen Stellungen bis Willenbach in der Hand der Österreicher. Das französisch-italienische Reservekorps unter Giflenga zog sich nun über Bruneck nach Brixen zurück, ein letztes Gefecht wurde noch an der Mühlbacher-Klause am 7. Oktober zugunsten der Truppen Fenner´s entschieden, danach wurde der Feind bis nach Bozen und Trient verfolgt [22]. Am 17. Oktober [23] wurde Brixen durch Fenner besetzt und die Festung in Trient belagert [24].

Rückzug des Vizekönigs aus Illyrien

Diese Entwicklungen in der Tiroler Flanke sowie die unsichere Entscheidung der Bayern über den Verbleib im Bündnis mit Frankreich führten bereits am 28. September zum Beginn des Rückzuges Beauharnais´s aus Illyrien um nicht von Italien abgeschnitten zu werden. Am 5. Oktober erreichte der VizekÖnig von Laibach kommend mit seinem Hauptquartier Görz [IT: Gorizia], wobei die Nachhut der französisch-Italienischen Armee laufend in Gefechte mit den nachrückenden Einheiten Radivojevich´s verstrickt waren. Bereits am 6. Oktober verfolgte Oberst Milutinovich mit 200 Grenzern und einem Zug Husaren die letzten Reste der Italienischen Nachhut durch Görz bis an die zerstörte Isonzo-Brücke, welche die Nachhut abgebrannt hatte.
Auch der linke Flügel Beauharnais´s um Arnoldstein begann nun eine Rückwärtsbewegung einzuleiten um Richtung Italien zurückzugehen. Als Sammelpunkt diente das befestigte Lager in Tarvis, welches Hiller am 7. Oktober angreifen wollte. Da sich nach ersten Gefechten der weitere Anmarsch der vier Österreichischen Kolonnen [25] jedoch durch Befestigungen auch auf kleinen Fußwegen bis zum Einbruch der Dunkelheit verzÖgerte, konnten die letzten Reste der franzÖsisch-Italienischen Armee sich in der Nacht vom 7. zum 8. Oktober noch vor dem neuerlichen Angriffsbeginn nach Süden entlang des Tagliamento zurückziehen und am 11. Oktober am Ausgang des Kanaltales Stellung beziehen.

Bayern wechselt die Fronten, Vorrückung der Österreicher über Bozen

Am 8. Oktober wurde der Präliminar-Friedens- und Allianz-Vertrag zwischen Bayern und Österreich-Ungarn (inklusive der geheimen Artikel) in Ried geschlossen [27].
Damit war nun die Bedrohung im Rücken der Armee Hiller´s verschwunden und das Schwergewicht der Armee sowie das Hauptquartier brach am 14. Oktober von Villach auf und nahm den Weg über Spittal an der Drau nach Brixen (Eintreffen des Hauptquartiers am 26. Oktober).
Durch den Frieden mit Bayern wurden nun aber auch Verstärkungen für die Armee im Süden frei und so traf beispielsweise die Division des Feldmarschall-Leutnant Pflacher [27] Mitte November bei der Armee Hiller´s ein.
Während der Vorrückung des Österreichischen Zentrums durch Tirol zog sich nun auch der Vizekönig von Italien selbst mit seinem Hauptquartier aus Gradisca am 23. Oktober zurück. Von 30. Oktober bis 1. November hielt sein rechter Flügel die Stellung an der Piave.

Gefecht bei Bassano vom 29.-31. Oktober [28]

Während der ehemals rechte Flügel des Vizekönigs noch die Stellungen an der Piave gegen das nachstßende Armeecorps Radivojevich´s hielt, ordnete er einen Angriff auf das bereits österreichisch besetzte Bassano an, um das Vorrücken der österreichischen Armee aus Tirol zu verzögern und einen zweiten Übergang für seine Armee über die Brenta offen zu halten. Die Stadt Bassano wurde von einer Abteilung unter General Eckhardt gehalten, welcher eine Vorwärtsverteidigung bei Cassoni wählte. Am 29. Oktober Abends wurde jedoch diese Stellung durch starke Kräfte geworfen und er musste sich wieder auf Bassano zurückziehen. Der Versuch Eckhardt´s am 30. Oktober Morgens, Cassoni wieder zu erobern wurde verlustreich zurückgeschlagen und am 31. Oktober folgte der Hauptangriff unter Aufsicht des Vizekönigs gegen Bassano. Die schwachen österreichischen Kräfte, rund 3.000 Mann, konnten dem Druck der beiden französisch-Italienischen Infanteriedivisionen und einer Kavalleriebrigade nicht standhalten und mussten sich Richtung Cismone entlang der Brenta zurückziehen. Das Nachsetzen der französisch-italienischen Kräfte am 1. Novemebr wurde bei Cismone jedoch gestoppt, da Grenier die Stellungen der Österreicher dort so vorbereitet fand, dass ein Angriff nur unter sehr hohen Verlusten und mit unsicherem Ausgang möglich gewesen wäre. Der eigentliche Zweck der Aktion war jedoch erreicht und die Masse der französisch-italienischen Armee konnte sich aus der Piave-Stellung lösen und ohne weitere Bedrohung durch die Stellungen in Bassano zurückgehen, eine Italienische Brigade war zur Verstärkung der Verteidigung Venedig´s in Mestre verblieben sowie die Besatzungstruppen der Stadt für 6 Monate verpflegt worden.
Während des weiteren Rückzuges war am 2. November die französisch-italienische Armee bei Vicenza versammelt und am 4. November bezog das Hauptquartier des Vizekönigs schließlich Verona.
Am 14. November langte das Hauptquartier Hiller´s in Vicenza ein, während die beiden Armeen sich vom Gardasee bis zur Adria entlang der Etsch gegenüberstanden.

Gefecht bei Caldiero am 15. November [29]

Ein Versuch des Vizekönigs, bei Caldiero zu demonstrieren, dass ein Übergang über die Etsch der Österreichischen Armee chancenlos wäre schlug fehl und kostete auf beiden Seiten zahlreiche Tote und Verwundete.

Gefecht bei San Michele am 19. November

Amellung 19. November griff die Österreichische Armee vor Verona die Stellungen bei San Michele an [30]. Das Gefecht dauerte den ganzen Tag bis schliesslich die Linie von der Etsch bis Montorio von den Österreichischen Truppen genommen und von den Deutschmeistern bis zum 6. Dezember [31] gehalten wurde.

Der Ansatz im Rücken der französisch-italienischen Front an der Adria-Küste bei Ravenna

Am 4. November wurde General Nugent mit seiner Brigade von Triest auf dem Seeweg nach Ravenna entsandt und ging am 14 November in der Bucht von Goro an Land. Nach der Einnahme des Küstenforts von Goro rückte er am 18. November in Ferrara ein. Der erste Ansatz der franzÖsisch-Italienischen Armee Ferrara zurückzuerobern misslang zwar am 25. November, da jedoch zusätzliche feindliche Einheiten im Rücken der Österreicher heranrückten, zog sich Nugent aus Ferarra nach Crespino zurück und die Stadt Ferrara wurde am 27. November Morgen von den französisch-italienischen Truppen wieder besetzt. Nugent dagegen rückte nun gegen Ravenna vor, wo er am 10. Dezember einzog, am 26. Dezember wurde Forli eingenommen.

Das neu aufgestellte k.k. Feld-Jägerbataillon Nr. 10 marschiert in den ersten Einsatz

Nachdem das Bataillon im Herbst 1813 von Graz zur Ausbildung und Komplettierung des Mannschaftstandes nach Marburg gezogen war, kam ein wenig mehr als 2 Monate nach der Aufstellung der Marschbefehl zur Armee in Italien. Am 20. November brach das Bataillon in Marburg auf und erreichte über Cilli am 26. November Laibach, wo die Verstärkung für die Italienische Armee Hiller´s gesammelt wurde. Gemeinsam mit dem Rest der Verstärkung, dem 1. Bataillon des Infanterieregiments Marquis Lusignan und den Landwehr-Bataillonen Chasteler, Lusignan und Hohenlohe-Bartenstein brach es am 28. wiederum auf und erreichte über Adelsberg und Wippach am 2. Dezember Görz, wobei General-Major Steffanini ab Laibach mit dem Bataillon marschierte [32].


Marschstrecke des k.k. Feld-Jägerbataillons Nr. 10 von September 1813 bis August 1814; Graphik Eckel 2013 - Beim Klick auf das Bild öffnet sich ein neues Fenster mit einer grösseren Darstellung des Bildes!

Der weitere Marsch führte über Padua und Vicenza vor Verona, wo das Bataillon am 14. Dezember mit dem 3. Bataillon des Infanterieregimentes Baron Kerpen die Vorposten bei San Martino und Montorio übernahm.

Ab dem 13. Dezember war das Bataillon in der Brigade Steffanini der Division Pflacher im Corps Radivojevich eingegliedert. Am 15. Dezember übernahm   Feldmarschall Graf Bellegarde in Vicenza von Feldzeugmeister Baron Hiller, welcher gesundheitsbedingt das Kommando abgeben musste, den Oberbefehl über die Innerösterreichische bzw. Italienische Armee.

Das Gefecht von Grezzana am 28. Dezember 1813

Während das Bataillon weiterhin die Stellungen vom Kastell Montorio und der Casa Materona [33] mit 3 Kompanien Reserve in Montorio hielt, wurde die 6. Kompanie unter ihrem Kommandanten Hellin als Ablöse einer Kompanie des Infanterie-Regiments Baron Spleny nach Grezzana und Lugo entsandt. [34].
In der Nacht vom 27. auf den 28. Dezember aufbrechend griffen am Morgen des 28. Dezember 3 Kolonnen aus Verona in der Gesamtstärke von rund 4.000 Mann, die linke Kolonne über Negraro [Negrar], das Zentrum über den Monte St. Leonardo [San Leonardo] und die rechte Kolonne über Pojano [Poiano] die Stellung Grezzana an. Die Vorposten der 6. Kompanie wurden überrumpelt und die Kompanie umfassend von rechts und links angegriffen. Der Rückzugsweg nach Lugo war durch 2 Kompanien der Kolonne aus Negraro versperrt, die Rückzugslinien nach Romagnana[Romagnano] durch die Kolonne aus Pojano verlegt. Somit musste Hauptmann Hellin mit den Resten seiner Kompanie den Weg über die Berghänge Richtung Rosara[Rosaro] nehmen, wo er ein letztes Mal dem Feind in den Weinbergen ein Feuergefecht lieferte. Danach zog er sich mit den Resten seiner Kompanie über die Berge nach Lugo zurück, wo ein Posten unter Oberleutnant Perm mit 30 Mann stand. Nach kurzer Pause und Stärkung „ mit Brod [SIC!] und Wein “ rückte Hellin wiederum vor. Über Cero[Cerro Veronese] und Romagnana erreichte er das mittlerweile verlassene Grezzana – der Feind hatte sich bereits wieder nach Verona zurückgezogen - und bezog wieder seine Posten. Der Überfall vom 28. Dezember, dessen taktischer Zweck nicht ganz nachvollzogen werden kann, wird allerdings in anderen Werken als jenem von STRACK nicht erwähnt, kostete allerdings laut den dortigen Angaben die 6. Kompanie 50 Tote, Verwundete und Gefangene.


Gefecht von Grezzana, Graphik Eckel 2013 - Beim Klick auf das Bild öffnet sich ein neues Fenster mit einer grösseren Darstellung des Bildes!

Am gleichen Tag waren auch die Vorposten des Bataillons bei Montorio vor Tagesanbruch angegriffen worden, allerdings war dort nur ein Vorposten gefangen genommen worden. Am 29. Dezember wurde die 6. Kompanie von einer Division des Infanterie Regiments Jellačić in Grezzana abgelöst und nach Negraro verlegt [36].

Den gesamten Jänner 1814 hindurch herrschten so schlechte Wetterbedingungen und Schneefälle in Venetien, dass die Kampfhandlungen nahezu vollständig zum Erliegen kamen. Beide Parteien nutzen den Monat zur Heranziehung von Verstärkungen und hielten ihre Truppen in den Quartieren [37].

Am 3. Februar schließlich zogen die franzÖsisch-Italienischen Vorposten aus San Micheleab [38] und das Bataillon besetzte gemeinsam mit dem Infanterie Regiment Jellačić die Linie von Pojano bis Negraro [39].

Das Gefecht von Villafranca im Rahmen der Schlacht am Mincio am 4. Februar 1814

Nachdem auch Verona in der Nacht vom 3. zum 4. Februar geräumt wurde und sich der VizekÖnig Richtung Villafranca zurückzog, rückte das Bataillon im Rahmen der Brigade Steffanini als Angriffsspitze über Verona dem Feind nach und holte die Nachhut vor Villafranca ein. Die Nachhut der franzÖsisch-Italienischen Armee unter General Bonnemain bestand aus ungefähr 1.200 Mann Kavallerie, 800 Mann Infanterie und 3 Geschützen. Drei Kompanien Warasdiner Kreutzer (Infanterie), zwei Kompanien des Bataillons und eine Eskadron Uhlanen unter Oberst Gorczkowksy konnten zwei Angriffe der Nachhut abschlagen und sich bis 22:00 Nachts behaupten. Nach Mitternacht hatte der Feind schliesslich Villafranca geräumt und sich weiter zurückgezogen – die Kavallerie Richtung Mantua, die Infanterie Richtung Vallegio. Am 5. Februar bezog die Division Pflacher die Stellungen entlang des Mincio von Salionze bis Pozzolo [40].


Die Gefechte von Villafranca und die Schlacht am Mincio. Dargestellt werden allerdings nur jene Elemente, welche auf das 10. Feld-Jäger-Bataillon Bezug nehmen. Graphik Eckel 2013 - Beim Klick auf das Bild öffnet sich ein neues Fenster mit einer grösseren Darstellung des Bildes!

Das Gefecht von Borghetto im Rahmen der Schlacht am Mincio am 10. Februar 1814

Nach dem Rückzug der franzÖsisch-Italienischen Truppen auf das rechte Ufer des Mincio waren die meisten Brücken wie zum Beispiel jene von Vallegio gesprengt worden, gleichzeitig hielten die Truppen des Vizekönigs jedoch auch die Jochbrücke und einen Brückenkopf bei Monzambano am linken Ufer [40]. In der Nacht vom 7. zum 8. Februar waren von den Österreichern bei den Schiffmühlen von Vallegio (flussaufwärts des Ortes) Schiffsbrücken geschlagen worden und am 8. Februar überschritten die Einheiten der Brigade Steffanini den Mincio, warfen den schwachen Feind bei Borghetto und besetzten die Höhen am rechten Ufer. Eine Kompanie des Bataillons war zur Sicherung gegen Monzambano eingeteilt, wo es bis zum Einbruch der Nacht zu Plänklergefechten kam, während die Brigade gegen Volta vorrückte. Am folgenden Tag, dem 9. Februar, waren die letzten Truppenteile des Feindes bei Goito auf das rechte Mincio Ufer gewechselt und am 10. Februar Morgens wurden sowohl starke Einheiten des Feindes bei Volta sowie flussaufwärts ziehende Infanterieeinheiten aus dem Raum Goito gemeldet. Ab 10:00 Uhr versuchten die Angreifer nun mit Schwergewicht links auf den Höhen westlich Borghetto bis Mittags, die Brigade Steffanini, welche die Wegkreuzung bei Gobbini besetzt hatte, erfolglos zu werfen. Am Abend erfolgte nach der Vereinigung der französisch-Italienischen Kräfte von Goito auch mit jenen aus Monzambano abermals ein gleichzeitiger Ansatz, um die Brigade Steffanini über den Mincio zurückzuwerfen. Die Brigade wurde zwar bis zu den Häusern von Borghetto zurückgedrängt, konnte jedoch mit Artillerieunterstützung vom linken Mincio-Ufer die Ortschaft behaupten und somit den Brückenkopf bei Vallegio/Borghetto halten.
Ab dem 16. Februar übernahm Feldmarschall-Leutnant Graf Neipperg das Kommando über die Vorhut des Zentrums der Armee und der Kommandant des 10. Feld-Jäger-Bataillons, Major Cassasa, erhielt zur Verstärkung der Position am rechten Mincio-Ufer zu seinem eigenen Bataillon ein Bataillon Warasdiner-Grenzer Infanterie sowie eine Eskadron Erzherzog Carl Ulanen, während der Rest der Vorhut am linken Mincio-Ufer stand. Am 10. März gegen 11:00 wurde aus dem französisch-italienischen Brückenkopf bei Monzambano von General Fressinet ein Ausfall Richtung Osten mit rund 2.000 Mann Infanterie und 200 Mann Kavallerie ausgeführt, welcher jedoch durch frontales Artilleriefeuer von den Höhen sowie flankierendem Infanterieansatz von Norden aus Salionze und Süden aus Vallegio gestoppt werden konnte, sodass sich der Feind wieder in den Brückenkopf zurückziehen musste [42].
Am 16. April [43] wurde ein Waffenstillstand geschlossen und am 24. April folgte eine Militärkonvention aufgrund welcher die Österreichische Armee nach Mailand vorrückte.
Am 28. April wurde über Cremona und Lodi in Mailand eingerückt und das Bataillon setzte seinen Weg Richtung Piemont fort.

Die Besetzung Piemonts und der Lombardei ab Mai 1814

Am 9. Mai wurde der Ticino, die Grenze zwischen der Lombardei und Piemont bei Magenta überschritten und über Novara und Vercelli am 13. Mai 1814 in Turin einmarschiert. Nachdem am 20. Mai König Victor Emanuel seinen Einzug in Turin gehalten hatte, war das Bataillon in Vercelli in Garnison, verlegte im August 1814 nach Vigevano und später nach Cremona. Am 21.November marschierte das Bataillon von Cremona nach Lodi, kehrte jedoch am 29. November wiederum nach Cremona zurück [44].

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