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Die Jagd auf GARIBALDI Juli-August 1849

Nach der Anerkenntnis der Niederlage der Römischen Republik am 1. Juli und der bevorstehenden Besetzung der Stadt ROM durch die Französische Expeditionsarmee unter General Nicolas OUDINOT wollte sich GARIBALDI nicht der Kapitulation der Republik ROM unterwerfen. Er durchbrach am 2. Juli mit seinen restlichen 4.000 Revolutionären nach dem Waffenstillstand den Belagerungsring der französischen Truppen und hielt sich eine Woche im Raum TERNI und TODI auf. Zuerst wollte er in NEAPEL den Aufstand neu entzünden und sich gegen die ABBRUZZEN wenden. Hier wurden die Städte und Pässe jedoch von österreichischen Truppen gesperrt und nach einem vergeblichen Ansatz auf FOLIGNO am 12. Juli zog GARIBALDI nun in die TOSKANA, deren Grenze er am 17. Juli überschritt. Da vermutet wurde, er könne versuchen an der Westküste zwei amerikanische Kauffahrtschiffe - welche dort kreuzten - zu besteigen, wurde auch der Weg nach Westen gesperrt und GARIBALDI versuchte mehrmals vergeblich durchzukommen und toskanische Städte anzugreifen. Bei ARREZZO erkannte GARIBALDI endgültig, dass die Städte der TOSKANA und der Weg an die Westküste ihm nicht mehr offen standen und wendete sich am 24. Juli entlang des Tibertales in die Berge des Apennin und danach Richtung SAN MARINO.

Der Weg GARIBALDIS von ROM bis LA SPEZIA
Der Weg GARIBALDIS von ROM am 2. Juli über AREZZO und SAN MARINO nach VENEDIG und seine Flucht über MAGNAVACCA bis LA SPEZIA - "la Trafila" - vom 3. August bis 14. August vor seinem neuerlichen Exil in Amerika. Sammlung ECKEL - Beim Klick auf das Bild öffnet sich ein neues Fenster mit einer grösseren Darstellung des Bildes!

Konzentrisch wurden die österreichischen Truppen auf die angenommene Position GARIBALDIs dirigiert, wobei die Brigade Erzherzog ERNST mit dem 10. Feld-Jägerbataillon aus SINIGAGLIA [heute: SENIGALLIA] über URBANIA und MACERATA [heute: MACERATA FELTRIA] in einem großen Bogen der Bewegung GARIBALDIS folgte und Richtung SAN MARINO marschierte.

MACERATA Altstadt
Die Altstadt von MACERATA (heute: M. FELTRIA) - nahezu unverändert seit 1849. Sammlung ECKEL - Beim Klick auf das Bild öffnet sich ein neues Fenster mit einer grösseren Darstellung des Bildes!

Bei MACERATA kam es dabei am 29. Juli zu einem kurzen Gefecht des Jägerbataillons und der Husaren der Brigade mit Berittenen der Garibaldischen Legion, welche sich jedoch rasch dem Kampf entzogen.
Ebenso konnte von den Jägern des 10. Bataillons bei MONTE CERISONE [heute: MONTE CERIGNONE] am 30. Juli die infanteristische Nachhut GARIBALDIs angegriffen und ein Geschütz erbeutet werden.

Festung und Stadt SAN MARINO
Die Hauptstadt SAN MARINO auf dem Kalksteinrücken des Monte Titano, welcher das ganze Land durchzieht. SAN MARINO wird als die älteste Republik Europas bezeichnet. Seit dem Jahr 301 soll sie als Republik umgeben von italienischen Gebieten existieren. Obwohl sie offiziell als neutral in den Unruhen des Risorgimento galt, unterstützte sie doch die republikanischen Bestrebungen im Rahmen der italienischen Vereinigung. Aufnahme ungefähr aus den 50er Jahren des 19. Jahrhunderts. Sammlung ECKEL - Beim Klick auf das Bild öffnet sich ein neues Fenster mit einer grösseren Darstellung des Bildes!

Die Republik SAN MARINO als Neutraler Staat in den Kämpfen um die Einheit Italiens wollte einen Abzug GARIBALDIs aus ihrem Gebiet mit den österreichischen Kommandanten ausverhandeln. Erzherzog ERNST und Generalmajor STADION beabsichtigten jedoch, die Gefahrenquelle der Horden des GARIBALDI endgültig zu bereinigen und stimmten den Vorschlägen nicht zu. Es wurde damit gerechnet, dass im Falle des Abzuges die Kampftätigkeiten an anderer Stelle wieder aufgenommen würden.

Tagesbefehl GARIBALDI in SAN MARINO am 31.Juli 1849
Der Tagesbefehl GARIBALDIs vom 31.Juli 1849 in SAN MARINO zur Auflösung der Reste seiner Truppe. Vom (nach aussen) neutralen SAN MARINO 1932 als Marke aufgelegt. Sammlung ECKEL - Beim Klick auf das Bild öffnet sich ein neues Fenster mit einer grösseren Darstellung des Bildes!

Daraufhin legte die Masse der Aufständischen in SAN MARINO die Waffen nieder und flohen zersteut durch das unwegsame Gebirge in Bauerngewändern.

GARIBALDI dagegen wollte sich nun mit den letzten 200 Getreuen gegen VENEDIG wenden, um den dortigen Aufstand zu unterstützen. Am 2. August erreichte er mit seinem Haufen CESENATICO - die Stadt CESENA war von österreichischen Truppen besetzt -, wo sie sich auf 13-20 Brazzeri - bis in die 70er-Jahre des 20. Jahrhunderts übliche Fischerboote der Adriaküste mit der mittelalterlichen Lugger- oder Lateinersegeltakelage - einschifften, um entlang der flachen Küstengewässer nach VENEDIG überzusetzen.

Der Hafen von CESENATICO
Der Hafen von CESENATICO. Am Beginn des 16. Jahrhunderts wurde der Hafen auf der Grundlage eines antiken Hafens von LEONARDO DA VINCI im Auftrag der Familie BORGIA als Hafen der Stadt CESENA neu gestaltet. Bis in die 70er Jahre des 20. Jahrhunderts waren die traditionellen Brazzeri der Adriaküste als Fischerboote im Einsatz, noch heute liegen einige davon als Museumsstücke im alten Hafen von CESENATICO. Aufnahme ungefähr aus den 60er Jahren des 19. Jahrhunderts. Sammlung ECKEL - Beim Klick auf das Bild öffnet sich ein neues Fenster mit einer grösseren Darstellung des Bildes!

Auf der Höhe von PUNTA DELLA MAESTRA an der PO-Mündung in die ADRIA wurde die Flotte mit den Aufständischen jedoch von der österreichischen Brigg ORESTE unter k.k. Schiffsleutnant SKOPINICH entdeckt. Er beorderte die Goélette[1] ELISABETH und 2 Pénichen[2] zu einem Frontalangriff, während er selbst über links die Barken umsegelte. Trotz der einbrechenden Dunkelheit konnten 164 Mann – davon 9 Offiziere unter ihnen der englische Abenteurer FORBES den die Republik Rom zum Oberst ernannt hatte – der Garibaldischen Legion gefangengenommen werden. GARIBALDI[3] selbst, seine Frau Anita[4] und der Prediger Ugo BASSI[5] konnten ihre Barke auf COMACCHIO nördlich von RAVENNA zusteuern und bei MAGNAVACCA[6] schwimmend beziehungsweise watend an Land flüchten.

Landung GARIBALDI in MAGNAVACCA
Die Landung GARIBALDIs mit der kranken und schwangeren Anita in seinen Armen in MAGNAVACCA am 3. August 1849. Sammlung ECKEL - Beim Klick auf das Bild öffnet sich ein neues Fenster mit einer grösseren Darstellung des Bildes!

Mit dieser Landung begann die später in der Italienischen Helden-Geschichtsschreibung als "La Trafila" verherrlichte Flucht GARIBALDIs vom 3. bis zum 14. August 1849. Versprengte Kleingruppen der GARIBALDIschen Legion konnten in den folgenden Tagen in der Lagune des PO gestellt und gefangen genommen werden, während sich GARIBALDI selbst mit wenigen Getreuen weiter durchschlug.
Durch die "Valli di Comacchio", eine Lagunenlandschaft des Flusses RENO - Ende des 19. Jahrhunderts zum grössten Teil trockengelegt - welche ihren Namen von den Wällen zwischen den zur Fischzucht genutzten Wasserflächen erhielt, flüchtete GARIBALDI mit seiner erkrankten schwangeren Frau nach Süden Richtung RAVENNA.

Am 4. August starb Anita GARIBALDI an den Strapazen der Flucht in einem Bauernhof in MANDRIOLE am RENO, welcher die "Valli di Comacchio" im Süden begrenzte. GARIBALDI musste sich jedoch noch mehrere Tage in der Region in einer kleinen Jagdhütte verstecken, bevor er von Unterstützern heimlich über den Apennin nach VENERE bei LA SPEZIA gebracht wurde.

Die Capanno Garibaldi in den PIALASSA DELLA BAIONA
Die "Capanno Garibaldi" in den PIALASSA DELLA BAIONA. Heute ist diese Lagunenlandschaft nördlich von RAVENNA ein Naturschutzgebiet. Die Jagdhütte auf der kleinen Landzunge wurde nach der Eingliederung des Kirchenstaates in das Königreich Italien zum Nationalheiligtum stilisiert. Die 1810 errichtete Hütte brannte jedoch 1911 nieder und wurde dem Original entsprechend wieder aufgebaut. Hier ist die wiedererrichtete Hütte unmittelbar nach der Eröffnung mit den damals neu angepflanzten Bämen zu sehen. Sammlung ECKEL - Beim Klick auf das Bild öffnet sich ein neues Fenster mit einer grösseren Darstellung des Bildes!

Über GENUA konnte sich GARIBALDI - nachdem PIEMONT ihn nicht im Lande haben wollte - nach Afrika und weiter nach Nord- später Südamerika ins neuerliche Exil absetzen. Erst 1859 kehrte er wieder nach Italien zurück um sich am nächsten Krieg gegen Österreich zu beteiligen.

Am 6. August 1849 – symbolträchtig am Tag genau ein Jahr nach dem Waffenstillstandsabkommen aus 1848 - wurde der endgültige Friedensvertrag mit Piemont in MAILAND unterfertigt und am 22. August kapitulierte auch VENEDIG welches am 23. März 1848 die „Repubblica di San Marco“ ausgerufen hatte und auch während des Waffenstillstandes von August 1848 bis März 1849 von Piemont, aber auch von Frankreich und England unterstützt worden war.

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